DAS KRAFTWERK

Wer sind wir?

Das Kraftwerk Farchant ist ein Familienunternehmen, das die Stromversorgung in Farchant seit mehr als einem Jahrhundert sicherstellt.
Über uns

Das Kraftwerk Farchant

Wofür stehen wir?

Das Kraftwerk Farchant steht für kundennahe, individuelle Beratung und Ortsverbundenheit.

Was tun wir?

Neben den Marktrollen Stromlieferant, Verteilnetzbetreiber-Strom und Messstellenbetreiber ist das KWF in folgenden Geschäftsbereichen tätig:

  • Stromerzeugung/ Betrieb von Wasserkraftwerken
  • Elektroinstallation
  • Toranlagen

GESCHICHTE

1900 - 1936

Elektrifizierung & Fortschritt
Um die Jahrhundertwende begann die Elektrifizierung Farchants. Einige fortschrittliche Bauern im Dorf installierten elektrisches Licht vornehmlich in ihren Ställen. Der Oberauer Theodor Poettinger erwarb das einstige Elektrizitäts-, Säge-, Kreide- und Kittwerk Farchant Adolf Froescheis.

Für die eigene Stromversorgung war zunächst ein Wasserrad mit Dynamomaschine zuständig. Diese Energiequelle versorgte auch die wenigen elektrischen Lampen im Dorf.

Mit wachsendem Fortschritt explodierte der Elektrizitätsbedarf - für Theodor Poettinger eine weitere unternehmerische Herausforderung. Ein Elektrizitätswerk entstand, dessen Leistungsvermögen Zug um Zug ausgebaut wurde, zumal es dazu bestimmt war, auch das touristisch aufstrebende Garmisch mit Elektrizität zu versorgen. Garmisch bezog seinen Strom bis 1936 allein vom Kraftwerk Farchant. Erst als die Olympiade den Strombedarf enorm ansteigen ließ, wurde die Energieversorgung im Verbund mit dem Elektrizitätswerk Partnach gesichert.
Pfingsthochwasser

1937 - heute

Modernisierung & Pfingsthochwasser

Eine weitere Epoche der Modernisierung setzte mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach der Währungsreform 1948 ein. Zu dieser Zeit leitete bereits der Sohn Theodor Poettingers, Anton Josef Poettinger, das Familienunternehmen. Wiederum sein Nachfolger wurde 1961 dessen Sohn Anton. Heute sind unter Leitung des Geschäftsführer Markus Poettinger 17 Mitarbeitern im Unternehmen tätig.

Das Kraftwerk Farchant nutzt den Flusslauf der Loisach für die Erzeugung unserer regenerativen Energie, mittels zweier Kaplan-Turbinen.

Farchant entwickelte sich zu einer attraktiven, heute etwa 4.000 Einwohner zählenden Gemeinde und einem beliebten Standort für Handwerk, Gewerbe und einige Industriebetriebe. Das KWF hielt stets Schritt mit dieser raschen Entwicklung. Verständlich, dass daher beträchtliche Investitionen zur Strom-Erzeugung und -Verteilung aufgebracht werden mussten.

Der Hochwasserschaden Pfingsten 1999 machte eine umfassende Reparatur der Wehranlage notwendig.

Durch den Ausbau einer durchgängigen Fischtreppe im Jahr 2009 und der Inbetriebnahme unserer Restwasserturbine im Frühjahr 2014, befindet sich die Anlage auf dem neuesten ökologischen Stand.

Wir sind Grundversorger des Ortes Farchant und beliefern im wesentlichen Stromkunden im gesamten Oberland.

DAS KRAFTWERK IM RUNDGANG

Turbine

Turbine


In der ersten Halle befindet sich die Laufwasser-Kaplan-Turbine mit dazugehörigem 440 kW Generator. Die Wasserkraft wird im Kraftwerk Farchant ganzjährig zur Erzeugung von elektrischer Energie genutzt, wobei natürlich jahreszeitlich bedingte Schwankungen in der Erzeugungsleistung üblich sind, aufgrund der Tatsache, dass die Loisach im Winter sehr viel weniger Wasser führt als im Frühjahr, Sommer oder im Herbst.
Turbine

Restwasserturbine


Eine der letzten großen Investitionen war der Bau einer Restwasserturbine, mit Fertigstellung im Frühjar 2014 und einer maximalen Generatorleistung von 125 KW.
Aggregat

Aggregate


Im hinteren Teil des Maschinenhauses befinden sich die zwei MAN-Dieselaggregate mit je 350 kW Leistung, daneben das 1.500 kW Diesel-Notstromaggregat, welches zusammen mit den bereits gezeigten Erzeugungsanlagen Farchants Stromversorgung sicherstellt und eine Gesamtleistung von 2.700 kW bringt. Damit können wir in Farchant den Stromkunden eine größtmögliche Versorgungssicherheit gewährleisten.

REGENERATIVE ENERGIEN

  • Wasserkraft

    Auf die Wasserkraft wollen wir besonders ausführlich eingehen, da im Kraftwerk Farchant 25 % der gesamten Energie dadurch gewonnen wird.
     
    Lesen Sie weiter unten mehr zu den Themen Wasserkraft und Wasserturbinen!

  • Biogas
  • Windkraft
  • Photovoltaik

WASSERKRAFT

Im Kraftwerk Farchant werden 25 % der benötigten Energie mit Wasserkraft erzeugt. Daher wollen wir Ihnen einen kurzen Einblick in die Welt der Wasserkraft geben.
 
Je nach Betriebsweise unterscheidet man verschiedene Arten von Wasserkraftwerken:
 
Das Kraftwerk Farchant verfügt über eine Laufwasser-Anlage, die durch eine Kaplan-Turbine angetrieben wird.

Laufwasserkraftwerke

Der größte Teil der in Deutschland aus Wasserkraft erzeugten Energie entfällt auf die 585 Laufwasserkraftwerke, die über eine installierte Leistung von etwa 2.600 MW verfügen.

Bei Laufwasserkraftwerken wird die Kraft des fließenden Wassers von Flüssen in elektrische Energie umgewandelt. Laufwasserkraftwerke haben einen sehr hohen Wirkungsgrad, denn etwa 94 % der zugeführten Energie kann in Elektrizität umgewandelt werden.
Im Kraftwerk Farchant wird mittels der Wehranlage ein Teil des Loisachwassers über einen Kanal abgeleitet.
 
 
Das Wasser strömt durch die Kaplan-Turbine im Maschinenhaus, die ihrerseits den Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die Stromerzeugung ist vom momentanen Zufluss und der Fallhöhe abhängig. Bei Hochwasser sinkt die Fallhöhe, da der Wasserspiegel auch unterwasserseitig ansteigt. Leider sind der Bedarf an elektrischer Energie und die Wasserführung der Flüsse gegenläufig, das heißt, im Winter, in der Zeit des höchsten Energiebedarfs, ist die Wasserführung meist geringer als im Sommer.

Bei Laufwasserkraftwerken ist eine Steuerung des Wasserdurchflusses in Abhängigkeit des Elektrizitätsbedarfs meist nicht üblich. Sie werden in der Regel rund um die Uhr betrieben und geben ihren Strom zur Deckung der Grundlast ins Netz der öffentlichen Stromversorgung.
Speicherwasserkraftwerke

Speicherwasserkraftwerke

Bei Speicherwasserkraftwerken wird das Wasser in hochgelegenen Seen bzw. Stauseen gespeichert und von dort über Druckrohrleitungen oder Druckstollen den Turbinen des niedriger gelegenen Kraftwerks zugeführt.

Diese Kraftwerke sind in der Regel nicht für den Dauerbetrieb gedacht, sondern zur Deckung von Spitzenlasten, da nur eine begrenzte Wassermenge vorhanden ist.
Pumpspeicherkraftwerke

Pumpspeicherkraftwerke

Im Pumpspeicherkraftwerk wird wie beim Speicherwasserkraftwerk die elektrische Energie durch fallendes Wasser aus einem höher gelegenen Speichersee gewonnen.

Allerdings wird zu diesem Zweck, Wasser aus einem tiefergelegenen Becken (in der Regel einem natürlichen Gewässer), mit elektrischer Energie hochgepumpt. Dies ist auf den ersten Blick widersprüchlich, da es ja so ist, daß die zum Pumpen verwendete Energie größer ist, als die hinterher wieder erzeugte.

Trotzdem steckt hinter diesem Vorgang ein Gedanke, der Sinn macht. Denn zum Hochpumpen des Wassers werden in Zeiten geringen Strombedarfs (z.B. Wochenende, Nacht) die nicht ausgelasteten Kapazitäten der Grundlastversorgung, die nicht abgeschaltet werden können verwendet.

Auch finanziell ist dieser Aufwand rentabel, denn man veredelt billigen Nachtstrom zu teurem Tagstrom.

WASSERTURBINEN

  • Kaplan-Turbine

    1913 wurde die Kaplan-Turbine vom österreichischen Ingenieur Viktor Kaplan entwickelt. Besonders eignet sie sich für Flüsse bei denen große Wassermengen und ein geringes Gefälle zur Verfügung stehen. Das Laufrad der Kaplan-Turbine ähnelt einem Schiffspropeller. Durch diese verstellbaren Schaufeln strömen die Wassermassen und treiben die Turbine an.

  • Francis-Turbine
  • Pelton-Turbine